Wer am letzten Samstag im Vögligarten die Vogelvolière besichtigte, konnte sich einen Eindruck über den Zustand des Gebäudes verschaffen. Der Verein «Volièreverein Olten» kämpft derzeit ums Überleben, nur was genau will die Bevölkerung? Beteiligte dich an der Umfrage am Schluss des Beitrags.
Im vergangenen November sprachen sich 19 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte nach einem Vorstoss dafür aus, dem Volièreverein Olten entgegen den Vorstellungen des Stadtrats nochmals eine einmalige Finanzspritze von CHF 30’000 zu bewilligen. Dies mit der klaren Haltung, dass sich der Verein in dieser Zeit des laufenden Jahres 2025 Gedanken macht, wie es weitergeht und wie er sich zukunftsfähig aufstellen will.
Am Abend der Abstimmung im Gemeindeparlament war noch nicht klar, dass der Verein durch einen neuen Präsidenten geleitet werden würde, der in Olten kein Unbekannter ist. Mit Rolf Sommer, Alt-Gemeinderat und Stadtratskandidat ist seit Ende 2024 ein Präsident des Volièreverein Olten an der Spitze, der im Stadthaus schon oft für rote Köpfe gesorgt hat.
Liest man jüngst die Leserkommentare in der Facebook Gruppe Olten, entsteht der Eindruck, dass sich nach Ansicht des neuen Präsidenten zuerst die Stadt darüber äussern soll, was mit dem Gebäude künftig geschehen soll, bevor der Verein auf Sponsorensuche geht. Eine verzwickte Situation und mit dieser Grundhaltung des Vereinspräsidenten, dürfte dies wohl die letzte Leistungsvereinbarung zwischen Verein und der Stadt Olten sein, denn der Verein hat es bis jetzt verpasst, zukunftsgerichtete Lösungen zu präsentieren.
Hoher Investitionsbedarf, unabhängig des künftigen Konzepts
Beim Besuch am Samstag wird klar: Die Volière wurde zwar über Jahre hinweg als Vogelstation betrieben, in den Gebäudeunterhalt wurde allerdings kaum etwas investiert. Egal was mit dem Gebäude in Zukunft geschieht, es sind beachtliche Investitionen notwendig, oder gar ein Abriss des bestehenden Gebäudes und ein kompletter Neubau könnte sich als günstigere Variante erweisen, als das aktuelle Gebäude zu sanieren.



















Welche Nutzung sollte also für das Jahr 2025 und die Folgejahre angestrebt werden? Beteiligte dich an der Umfrage!
Welche weitere Nutzung kann sich die Oltner Bevölkerung vorstellen. Was würde favorisiert. Mögliche Lösungsansätze:
Variante 1 – Weiterbetrieb der Vogelvolière
Das bestehende Betriebsgebäude wird umfassend saniert. Die Stadt als Eigentümerin könnte die Sanierung selbst finanzieren oder das Gebäude im Baurecht an den Volièreverein übertragen. In diesem Fall würde der Verein die Erneuerung über Spendengelder oder Sponsoring sicherstellen. Die bestehende Tradition der Vogelvolière bliebe erhalten und wäre für die kommenden Jahre gesichert.
Variante 2 – Robi Kinderspielplatz
Der Verein Robi Spielplatz wird bereits heute von der Stadt Olten unterstützt. Das aktuelle Gebäude könnte saniert oder ersetzt werden, sodass ein dauerhaftes Gebäude für den Spielplatzbetrieb auf der rechten Stadtseite entsteht. Der Verein Robi würde damit eine dauerhafte Infrastruktur erhalten und könnte sein Angebot für Kinder und Familien weiterentwickeln.
Variante 3 – Saisonale Buvette für die Bevölkerung
Der Vögeligarten ist bereits heute ein beliebter Treffpunkt auf der rechten Stadtseite. Durch den Abbruch des bestehenden Gebäudes und den Bau einer neuen gastronomischen Infrastruktur könnten die Bedürfnisse der Besucher besser abgedeckt werden, insbesondere in den stark frequentierten Sommermonaten. Eine modernisierte Toilettenanlage würde ebenfalls zur Verfügung stehen und das Angebot im Vögeligarten ergänzen.
Die Umfrage läuft bis Ende Mai 2025 und soll ein Stimmungsbild dazu liefern, wie sich die Oltner Bevölkerung die Zukunft des Vögeligartens vorstellt. Sie hat keinen bindenden Charakter, sondern dient dazu, aufzuzeigen, welche Vorstellungen und Wünsche die Oltnerinnen und Oltner für die Parkanlage haben. Kommentare sind ausdrücklich erwünscht, denn es geht um die Zukunft der wichtigsten Parkanlage auf der rechten Stadtseite.



15 Kommentare
Variante 1 zum Erhalt des Lebensraums dieser Tiere.
– Musse, Tierbeobachtung, aussergewöhnliche Anlage für jung & alt… – Restauration haben wir genug.
Eine Kombi von Vögel und Robi steht nicht zur Debatte? Oder ist die Gebäudegrösse fix vorgegeben?
Robi hat ja seine Infrastruktur. Oder haben die Bedarf an etwas neuem, grösserem?
Mir gefällt die Holzhütte, sie entspricht mehr dem Geist eines Abenteuerspielplatzes als Betonmauern.
Ich bin ebenfalls für die Kombi von 1 und 2, mit Baurecht für den Verein, damit die Renovierungs- und Umbauarbeiten via Spendengelder und freiwilliger “Mannskraft” umgesetzt werden können.
Dank dem Einbezug der Robi-Kinder und Betreuer erhalten Kinder eine weitere Möglichkeit zur sinnvollen Freizeitgestaltung und haben die Möglichkeit, Erfahrung in der Vogelbetreuung zu sammeln. Es gibt ja bestimmt viele Kinder ohne Haustiere, die dies begrüssen würden.
Für mich wäre eine Kombination aus Buvette, Robi-Spielplatz, kultureller Raum und Ententeich spannend.
Für mich ist wichtig, dass es ein Angebot bleibt, das für alle offen ist; dass es von allen, unabhängig der finaziellen Situation, genutzt werden kann. Daher finde ich die Buvette die schlechteste Variante.
Den Robi-Spielplatz finde ich eine tolle Einrichtung. Ob sie Bedarf an neuer Infrastruktur haben, weiss ich nicht.
Bei der Voliere bin ich zwiegespalten. Einerseits bin ich ein Vogelliebhaber, der auch einheimische Vögel gerne beobachtet. Andererseits finde das Einsperren von Lebewesen falsch.
Für mich wäre es wichtig, dass bei einem Entscheid Abriss vs. Renovation die finanziellen Überlegungen hintangestellt werden. Wichtiger ist die Berücksichtigung der grauen Energie und das zusätzliche CO2, das bei einem Abriss und Neubau anfällt.
Spielplätze haben wir schon genug (Säliwald/Wälder allgemein in der Stadtumgebung/Seil-und Spielpark-Sälischulhaus/Bifangschulhaus mit Spielplatz/Trottermatte/Spielort Theod. Schweizer Weg/Hirschpark usw.) diese werden ohnehin von der Stadt grossartig finanziert und unterhalten! Zudem werden Wald und Grillplätze von den Fam. eh wenig genutzt! Also kaum noch mehr ungenutzte Spielplätze!
Der Entscheid fällt schwer. Alle drei Vorschläge sind attraktiv und bereichern den schönen Platz im Quartier.
Ich messe aber der Voliere erste Priorität ein, die Haltung verbessern, weniger Vögel, eher auf einheimische Arten setzen.
«Ein Basislager» für die Robi-Aktivitäten wäre zweckdienlich.
Eine Bulette mit Minimal-Angebot bei schönem Wetter – eine tolle Sache!
Und jetzt kommen die Stolpersteine: Es bräuchte ein neues, funktionales Gebäude, das kostet viel Geld, und die Betreuung braucht viele (freiwillige)idealistische Helfer und Helferinnen.
Kurz man sieht die tollen Chancen… und die pragmatischen Grenzen.
Vögel wie bisher einzusperren ist für mich etwas aus der Zeit gefallen. Meine Kinder habe nicht einmal im Kleinkindalter grosses Interessen an den Vögeln gezeigt. Der Robi macht eine gute und wichtige Arbeit, ihm eine bessere Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, fände isch schön. Allf. wäre dann auch ein Winterprogramm im Vögeligarten möglich… Wie stellt sich der Robi dazu? Aber weshalb dies nicht mit einem kreativen «Besenbeizli» verbinden – kein Anspruch an eine teure super Infrastruktur sondern ein einfaches kreatives Konzept. Bezüglich Tieren stellt sich die Frage, ob es alternativen zur Vogelvoliere gibt, die etwas zeitgemässer sind. z.B. Streichelzoo, Ententeich, ..?
Eingesperrte Tiere werden in Zukunft immer weniger toleriert. Eine Saisonale Buvette zusammen mit einem Teich für alles was kreucht und fleucht, würde ich begrüssen.
Persönlich mag ich es nicht, wenn man Vögel einsperrt. Viel interessanter ist es doch,
die Vögel in der Natur zu beobachten. Das marode Gebäude abreissen und den Park
mit Pflanzen und eventuell mit einem Wasserspiel erweitern. Bei schönem Wetter eine
mobile Buvette. Der Robi hat ja schon ein Gebäude im Vögeligarten.
Es stellt sich auch die Frage, wie es mit der reformierten Kirche weiter geht.
Zuerst: Nachdem im Oktober 2024 bekannt wurde, dass dem Volièreverein Olten die finanziellen Mittel fehlen und die Volièrebetreuung aufgeben muss, setzte ich mich für diese volksnahe Volière ein und generierte mit den Mitgliedern eine Spendenaktion. Dank einer grosszügigen und vielen kleineren Spenden konnte der Verein vorerst weiterbestehen.
Zweitens: Ich finde es ein totaler Vertrauensmissbrauch, wenn ich mit dem Grünliberalen Gemeinderat Ginsig, während meiner Mithilfe beim Tag der offenen Tür von letzten Wochenende, in einem Gespräch meine Sorgen mitteile. Ich kämpfe für die Voliére. Er hätte als Gemeinderat bei der Budgetberatung 2025 die Möglichkeit gehabt, den Stadtrat direkt zu fragen, zum Beispiel was seine Absichten sind, denn im Investitionsplan 2025 sind in der Engelbergstrasse/Mattenweg einige sehr fragwürdige Ausgaben vorgesehen.
Drittens: Ich habe bis jetzt unzählige ehrenamtliche Stunden für den VVO aufgewendet, habe sehr viele Dankesworte erhalten, aber es stehen noch einige Probleme an und ständig kommen auch neue dazu. Aber es ist doch viel einfacher, Varianten zu kreieren, als fundamentale Politik zu machen. In der Leistungsvereinbarung ist der Termin 30. September 2025 für eine Dokumentation festgelegt und an die werde ich mich halten.
Viertens: Frage mich nie mehr etwas!
Es ist schlichtweg nicht mehr zeitgemäss, Tiere einzusperren. Vögel, insbesondere exotische, gehören in ihren natürlichen Lebensraum. Wer meint, den Kindern so heutzutage ein Erlebnis bieten zu können, sollte in sich gehen und den Kindern stattdessen einen respektvollen Umgang mit der Natur beibringen.
Eine Buvette mit Rastmöglichkeiten, d.h. ein kann aber nicht muss für Konsumationen, aber in jedem Fall gemütlichem Raum für Begegnungen, wäre zeitgemäss.
Es ist schön, dass Olten einen Zoo und eine Voliere hat und es wäre schön, wenn das so bleibt.
Was würde den mit den Vögel n passieren, sollte die Voliere ersetzt oder renoviert werden? Zumindest zeitweilig müssten sie ja anderweitig untergebracht werden.