Pro Velo Schweiz hat die diesjährige Umfrage «Prix Velo Städte» gestartet. Bis Ende November 2025 können Velofahrende ihre Stadt online auf www.prixvelo.ch bewerten. Abgefragt werden Infrastruktur, Sicherheit, Komfort und die Bedeutung des Velos im städtischen Alltag. Die Befragung findet alle vier Jahre statt und gilt als wichtiger Gradmesser für die Velofreundlichkeit der Schweizer Städte.
Olten mit schwacher Ausgangslage
Für Olten ist die Umfrage von besonderer Bedeutung. Beim letzten Durchlauf im Jahr 2021 schnitt die Stadt schlecht ab. Gemäss der Umfrage von 2021 belegte Olten den hintersten Rang unter allen bewerteten Städten bis 30’000 Einwohnerinnen und Einwohner, Burgdorf belegte als velofreundlichste Stadt den ersten Rang.
Bereits 2017 lag Olten zwar im Mittelfeld, fiel jedoch besonders negativ auf bei der Frage, ob die Verwaltung Velofahrende als gleichwertige Verkehrsteilnehmende wahrnimmt. Diese Resultate hatten damals auch in der lokalen Politik zu Diskussionen geführt.
Chance für Verbesserungen
Mit dem neuen Veloweggesetz und den Klimazielen sind die Gemeinden verpflichtet, ihre Veloinfrastruktur auszubauen. Die Rückmeldungen aus der Umfrage liefern den Verantwortlichen konkrete Hinweise, wo Lücken bestehen und wie das Netz attraktiver und sicherer werden kann. Pro Velo Präsidentin Delphine Klopfenstein Broggini betont, dass die Velofahrenden den Alltag auf den Strassen am besten kennen und dieses Wissen nun in die Planung einfliessen kann.
Beteiligung entscheidet über das Gewicht
Damit Olten im kommenden Ranking besser abschneidet, ist die Beteiligung der Bevölkerung entscheidend. Je mehr Velofahrende ihre Erfahrungen einbringen, desto klarer zeigt sich, wo Fortschritte erzielt wurden und wo Handlungsbedarf bleibt. Die Ergebnisse werden im Frühling 2026 veröffentlicht, die velofreundlichsten Städte werden in drei Grössenklassen ausgezeichnet.
Olten hat die Chance, aus der bisherigen Schlussposition herauszukommen. Die aktuelle Umfrage ist ein Instrument, das Verbesserungen auf den Weg bringen kann, vorausgesetzt, möglichst viele Oltnerinnen und Oltner nutzen die Gelegenheit und bewerten ihre Stadt.


