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Es ist geschafft – die Oltner Energiebürokratie hat ein Ende

Über den Autor:

Kurz zu mir: Ich bin GRÜNER Gemeinderat von Wangen b. Olten (Ressorts Kultur und Infrastruktur), dazu Co-Geschäftsführer der Selbstbaugenossenschaft SolAar. In dieser Funktion habe ich es immer wieder mit Photovoltaik-Anlagen in Olten zu tun, daher schreibe ich auch diesen Artikel. Ausserdem war ich selbst einmal von dieser Sache betroffen, als das Elektrizitätsnetz der Gemeinden rund um Olten (AVAG) vor 2018 noch von der a.en verwaltet wurde.

Der Schlüsselschalter der a.en ist Geschichte

Per Ende November 2025 hat die ELCOM das Resultat des Verfahrens zum Schlüsselschalter der a.en veröffentlicht. Ab sofort ist für PV-Anlagen im Oltner Niederspannungsnetz ein Schlüsselschalter nicht mehr einzubauen, in der Hauptsache der Klage vor der ELCOM hat daher die Genossenschaft SolAar zu 100% gegen den Verteilnetzbetreiber a.en obsiegt. Die a.en will das Urteil nicht vor Bundesgericht weiterziehen.

Die Prozesskosten von 21790 CHF sind happig! Dazu kommen für die a.en noch Kosten für zwei Gefälligkeitsgutachten die belegen sollten warum es den Schlüsselschalter genau für Olten unbedingt braucht, die teure anwaltliche Betreuung und natürlich den massiven Aufwand seitens der technischen Abteilung der a.en selbst. All diese Kosten dürfen nicht auf die Netzgebühren umgelegt werden, sondern gehen voll zu Kosten der SBO.

Die zwei umschrittenen Vorschriften

Konkret handelte es sich um zwei Vorschriften aus den technischen Anschlussbestimmungen der a.en:

Einerseits wurde beim Bau einer Solaranlage ein extern zugänglicher Schlüsselschalter gefordert, mit welchem die Anlage von aussen abgeschaltet und ein Wiedereinschalten verhindert werden konnte. Diese Vorschrift verursachte Mehrkosten zwischen 500 – max. 3000 CHF, je nachdem wie kompliziert sich die Kabelführung nach draussen gestaltete. Bei alten Gebäuden ohne Leer-Rohre konnte das daher sehr teuer werden.

Die zweite Vorschrift besagte, dass jede Anlage über eine 16-stufige Leistungssteuerung verfügen musste, statt nur eine einfach Ein/Aus Schaltung. Beim Start der Eingabe an die ELCOM hat die a.en von sich aus von der 16-Stufigen Leistungssteuerung Abstand genommen und verlangte diese nicht mehr per se. Auch diese Regelung wie sie früher bestand, verursachte Mehrkosten von rund 1000-2000 CHF, je nach eingesetztem Wechselrichter.

Was ist jetzt noch zu tun?

Wer vor kurzem eine PVA in Olten geplant oder realisiert hat, sollte der a.en gegenüber kundtun, dass man mit dem Schlüsselschalter nicht einverstanden ist und diesen entweder nicht mehr verbauen will, oder die Kosten für den Einbau/Ausbau gerne zurückerstattet haben möchte. Nur wer sich wehrt kommt zu seinem Recht!

Natürlich kann man bei den bestehenden PV-Anlagen den Schlüsselschalter verbaut lassen. Allerdings verbrauchen die beiden angeschlossenen Relais des Schlüsselschalters je nach Fabrikat dauernd zwischen 20-30W durch die angezogenen Spulen, was effektiv jährliche Energiekosten von rund 50-80 CHF pro Jahr generiert! Es ist daher empfehlenswert, die Relais ausbauen zu lassen, damit man diese Kosten nicht mehr tragen muss.

Artikel im Oltner Tagblatt

Für diejenigen, die mehr dazu wissen wollen: Zum Thema kam im OT 2023 ein Artikel, nächste Woche wird zudem ein Folgeartikel erscheinen.

https://www.oltnertagblatt.ch/solothurn/olten/erneuerbare-energie-einige-tausend-franken-mehr-weshalb-solaranlagen-in-olten-teurer-sind-als-anderswo-ld.2489016



2 Kommentare

    • Nur die Angestellten des Verteilnetzbetreibers a.en. Von jeder Anlage wurden die GPS-Koordinaten hinterlegt, damit man den Schlüsselschalter auch findet. Der Nutzen war strittig, denn alle heutigen Wechselrichter schalten bei einer Netztrennung selber zuverlässig ab und die älteren Geräte, welche hätten betroffen sein können, hatten keinen Schlüsselschalter, weil dieser erst ab 2014 in den TAB vorgeschrieben war.

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