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Danke liebe Stadt Olten für die Strassensanierung

Sanierung Dreitannenstrasse Olten

Das grösste Weihnachtsgeschenk hat uns die Stadt Olten in diesen Tagen beschert. Nachdem Anfang Januar 2025 die Kanalisationsarbeiten an der Dreitannenstrasse begannen, haben wir seit wenigen Tagen wieder einen Teerbelag auf unserer Quartierstrasse. Die Freude ist gross und mir ist klar geworden, warum die zivilisatorische Gesellschaft ihre Strassen versiegelt.

Nach elf Monaten mit unversiegelten Böden folgt hier ein Fazit sowie ein Ausblick auf die Stadtklima Initiative. Diese fordert das Aufbrechen von versiegelten Flächen in der ganzen Stadt Olten in einer Grösse von zwanzig Mal der Fläche des Munzingerplatzes.

Unmengen an Dreck und Baustaub in den Wohnungen

In den letzten elf Monaten wurden die Anwohnenden der Dreitannenstrasse unfreiwillig zu Bauspezialisten. Wir haben nun getrennte Kanalisationsleitungen, das Regenwasser wird direkt abgeführt, alle Hausanschlüsse wurden saniert, neue elektrische Hausanschlüsse erstellt und auch Glasfaser wurde verlegt. Zudem wurde im Zuge der Grabarbeiten rund die Hälfte der Vorgärten saniert.

Sanierte Dreitannenstrasse im Dezember 2025

Wir freuen uns jedoch vor allem darüber, dass nach elf Monaten die Strasse wieder geteert ist und der endlose Dreck der vergangenen Monate endlich der Vergangenheit angehört.

Dreitannenstrasse Olten im November 2025
Unversiegelter Strassenbelag während Bauarbeiten Dreitannenstrasse

Das ist nämlich der riesige Nachteil von unversiegelten Flächen. Mit jedem Gang ins Haus zieht man eine Unmenge an Dreck mit. Wer nicht gerade einen zehn Meter langen Schmutzteppich vor der Haustüre sein Eigen nennen kann, wurde mit maximalem Putzaufwand belohnt. Dies, obwohl sich der Hauseingang der meisten Häuser mehrere Meter von der Strasse entfernt befindet.

Versiegelte Verkehrsflächen haben einen guten Grund

Sehr alte Oltnerinnen und Oltner mögen sich vielleicht noch daran erinnern oder es zumindest aus Erzählungen kennen. Vor vielen Jahren, als selbst die Hauptstrassen noch nicht geteert waren, brachten Tanklastwagen der Zellulose Attisholz flüssige Schlacke nach Olten. Diese klebrige Flüssigkeit wurde auf die geschotterten Strassen in der Region ausgebracht, damit sich im Sommer der Staub beim Befahren der geschotterten Strassen nicht allzu stark ausbreitete.

Geschotterte Strassen haben aber auch im Winter den massiven Nachteil, dass bei Schneefall und dem Befahren mit Räumfahrzeugen, der ganze Strassenbelag angegriffen wird. Auch dies löst einen massiven maschinellen Unterhaltsbedarf im Nachgang aus.

Besser mehr Bäume pflanzen statt das Klima ohne Strassenbelag zu retten

Zurück ins Jahr 2025. Bei Annahme der hängigen Stadtklima Initiative muss eine Fläche von zwanzig Mal der Fläche des Munzingerplatzes im öffentlichen Raum entsiegelt werden. Das Anliegen ist grundsätzlich löblich, auch wenn sich die Oltner Vorgartensiedlungen mit ihren Begrünungen kaum mit den Betonwüsten und Quartieren anderer Grossstädte vergleichen lassen.

Dank an das Team im Werkhof Olten

Andere Städte kennen zudem keinen Baumpflegespezialisten wie jenen im Werkhof Olten, den wir Oltnerinnen und Oltner zum Glück als Fachkraft zu schätzen wissen. Die über viertausend Stadtbäume sind sorgfältig kartografiert und werden systematisch durch ein Team von Mitarbeitenden des Werkhofs gepflegt, damit sie im Sommer ihre Aufgabe erfüllen und wohltuenden Schatten spenden können.

Ich schätze das Engagement der Organisation umverkehR grundsätzlich sehr. Sie hat die standardisierte Vorlage für die Stadtklima Initiative entwickelt. Dabei wird jedoch oft vergessen, dass der Siedlungsraum in Olten bereits heute sehr grün ist und wir fast rundum von Wald umgeben sind. Genau dort liegt ein zentraler Schlüssel für ein angenehmes Stadtklima. Und mehr Bäume im Stadtgebiet lehnt wohl ebenfalls niemand ab.

Denn genau dort liegt der eigentliche Hebel für das Stadtklima, bei den Bäumen und nicht bei der Idee, Schotterstrassen durch Entsiegelung zu schaffen.

Massiver Unterhaltsbedarf bei unversiegelten Verkehrsflächen

Gekies­te Strassen benötigen einen enormen Unterhalt. Es braucht regelmässig Baumaschinen und Lastwagen, um Schlaglöcher auszugleichen. Gerade dort, wo Autos und unversiegelte Flächen aufeinandertreffen, muss immer wieder geflickt werden. Der aufgebrachte Kies wird zudem durch die Gummiprofile der Reifen laufend verteilt und landet schliesslich dort, wo er nicht hingehört, zum Beispiel in Abwasserschächten der Kanalisation.

Wer selbst erleben möchte, wie sich eine regelmässig befahrene geschotterte Strasse ständig verändert, kann einen Ausflug auf die Belchenstrasse von Ifental hinauf zur Challhöchi unternehmen und sich ein Bild davon machen, was die strikte Umsetzung einer solchen Initiative im urbanen Raum bedeuten würde.

Unversiegelter Strassenbelag während Bauarbeiten Dreitannenstrasse
Unversiegelter Strassenbelag während Bauarbeiten Dreitannenstrasse

Manchmal ist es sinnvoller, nicht vorkonfektionierte Dokumentvorlagen aus Zürich, Bern oder anderswo einfach abzunicken, sondern den zivilisatorischen Fortschritt zu schätzen, den eine geteerte Strasse bietet.

Seit dem Kanalisationsumbau unter dem Strassenbelag fliesst das gewonnene Wasser direkt zurück in die Aare. Gleichzeitig haben wir wieder die Möglichkeit, unsere Vorgärten zu begrünen und Bäume zu pflanzen. Danke, liebe Stadt Olten, für dieses Engagement an unserer Strasse. Als Anwohner weiss ich das heute noch mehr zu schätzen.

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3 Kommentare

  • Lieber Herr Ginsig
    Ihre Polemik erinnert mich etwas an den Furor von Stadt-bekannten Non-Konformisten im Quartier.
    Sie kennen sicherlich das rhetorische Prinzip, einen spezifischen Sachverhalt dermassen ins Allgemeine zu überdehnen, um so dessen Kernanliegen grotesk erscheinen zu lassen. Mich dünkt, genau das tun Sie mit Ihrem Text, auch wenn ich Ihr Engagement dahinter nicht verkennen will.
    Fahrwege dürfen weiterhin befestigt sein, nicht wahr. Hingegen können wir einmal mit der Unmenge Lagerplätzen für Stehzeuge in den Quartieren beginnen.
    In jedem Baumarkt finden Sie Hilfsmittel zur Befestigung nach der Entsiegelung, so dass der öffentliche Grund vor Ihrem Haus nicht zur Schlammgrube wird.
    Besser Bäume pflanzen? Auch Bäume, sollen sie dem Klima-Stress der kommenden Jahrzehnte widerstehen, brauchen rund um den Wurzelteller ein Habitat. Gestehen wir einem kräftigen, die Temperatur-Extreme regulierenden Baum die adäquate Fläche eines Auto-Lagerplatzes zu, sind wir im nu bei den von der Initiative geforderten Fläche.
    Und damit bei der heilsamen Vision begrünter Quartierstrassen, die helfen können, die stetig bedrängender werdenden Hitze-Sommer zu überstehen.
    Finden Sie aus dieser Sicht Ihr Lamento nicht auch etwas überzogen?
    Freundliche Grüsse,
    Markus Müller

    • Das war bei uns als Idee in der Strasse ja geplant, nur wurden wir darüber von Seiten Stadtpräsidium informiert, dass eine Begegnungszone wieder in Frage gestellt sei.

    • Ich wohne nicht in der Altstadt, sondern in einem Quartier mit viel Grün. Die Vorgärten sind weitgehend begrünt. Das voraussichtlich keine Begegnungsstrasse umgesetzt wird, liegt bei uns nicht an den Anwohnenden.

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