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Volière, Volksentscheid und Finanzrealität

Vogelvolière im Herbst 2025

Ende November 2025 entschied sich die Oltner Stimmbevölkerung gegen den Weiterbestand der Volière im Vögeligarten. Kurz zuvor genehmigte das Gemeindeparlament das Budget 2026 mit einem Defizit von rund 8,25 Millionen Franken. Beide Entscheide stehen in einem direkten Zusammenhang, insbesondere mit Blick auf die ab Herbst 2026 zu erwartenden Sparmassnahmen und die künftige Nutzung des Volieren Gebäudes, welches bei einem Ja an der Urne hätte saniert werden müssen. In der Zwischenzeit kommunizierte der Präsident des Volièrevereins die Anschlusslösung für die Vögel, welche im Vögeligarten endgültig ausgezwitschert haben.

Ein Volksentscheid mit klaren Folgen

Am 30. November 2025 lehnte eine Mehrheit der Bevölkerung an der Urne den Erhalt der Volière im Vögeligarten ab. Durch den Wegfall der finanziellen Unterstützung musste der Volièreverein eine Anschlusslösung für die bestehenden Vögel finden. Glücklicherweise übernimmt die Schwanenkolonie in Biel mindestens einen Teil des Vogelbestands und erste Vögel haben sich dort gut eingelebt. Insgesamt werden über hundert Vögel schrittweise ein neuens Zuhause finden.

Die Schwanenkolonie in Biel nimmt jährlich über 300 Vögel auf, versorgt sie und wildert Wildvögel in Zusammenarbeit mit dem Wildhüter und verschiedenen Naturschutzorganisationen wieder aus. Auch Heimvögel finden bei der Schwanenkolonie Obhut oder werden durch die Organisation an geeignete Plätze weitervermittelt. Auch der Schweizer Tierrettungspark Sikypark in Crémines übernimmt Vögel aus der Volière in Olten und die Organisationen freuen sich über finanzielle Unterstützung.

Oltner Budget tiefrot, Sparhammer wird zum Jahresende 2026 folgen

Das Oltner Gemeindeparlament verabschiedete am 28. November 2025 nach fast siebenstündiger Debatte das Budget 2026. Es sieht bei einem Gesamtaufwand von über 178 Millionen Franken ein Defizit von 8,247 Millionen Franken vor. 35 Parlamentsmitglieder stimmten zu, 4 lehnten das Budget ab. Olten muss wegen guter Steuererträge in den Vorjahren rund 1,7 Millionen Franken mehr in den kantonalen Finanzausgleich einzahlen.

Diese Ausgangslage beeinflusst auch die Zukunft des ehemaligen Volieren Areals im Vögeligarten. Grössere Investitionen oder eine aufwendige Neugestaltung sind angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt Olten wenig realistisch, ohne nicht das Defizit der Stadt weiter ansteigen zu lassen. Dies wird auch die Weiterentwicklung des Vögeligartens betreffen, denn spätestens im Herbst 2026 wird die nächste Sparrunde eingeläutet werden.

Weniger Spielraum für Stadtentwicklung

Der Wegfall der Volière trifft in diesem Fall einmal mehr die rechte Stadtseite. Im Vögeligarten verschwindet ein niederschwelliger Aufenthaltsort für Familien, mindestens in Form der Volière. Gleichzeitig schrumpft der finanzielle Handlungsspielraum der Stadt.

Die die Stadt Olten kommunizierte bereits im Juni 2025, dass man unterstützt durch ein erfahrenes Raumentwicklungsbüro ein Nutzungskonzept erarbeiten werde. Inhalte des Nutzungskonzept wurden allerdings noch nicht publiziert. Die Diskussion um die Umnutzung der Volière zeigt exemplarisch, wie eng Volksentscheide, Finanzpolitik und Stadtentwicklung in Olten miteinander verknüpft sind.

Ein leiser musikalischer Abschied aus der Volière
In der städtischen Volière stand über Jahrzehnte ein rund 130 Jahre alter Musikautomat. Der Aushang vor Ort informiert nun darüber, dass das historische Stück durch unsachgemässe Nutzung, unter anderem durch eingebrachte Tannennadeln, irreparabel beschädigt wurde.
Nach dem Nein der Oltner Bevölkerung zur Volière wird der Musikautomat nicht mehr repariert, sondern an eine andere Institution verschenkt. Damit verschwindet ein weiteres kleines Stück Oltner Stadtgeschichte aus dem öffentlichen Raum, leise und fast unbeachtet, aber sinnbildlich für die aktuellen Entwicklungen rund um die Volière.

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