Der Stadtrat der Stadt Olten hat den Mitwirkungsbericht zum Projekt Neuer Bahnhofplatz Olten genehmigt und das Gesamtprojekt zuhanden des Gemeindeparlaments verabschiedet. Gleichzeitig beantragt er einen Verpflichtungskredit von netto 33,2 Millionen Franken. Damit rückt eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Stadt einen entscheidenden Schritt näher an die politische Entscheidung. Ein Nein zum Projekt würde einen Knieschuss für den Arbeits- und Schulstandort Olten bedeuten.
Der Bahnhof Olten zählt zu den bedeutendsten Bahnknoten der Schweiz und prägt die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus. Gleichzeitig stösst die heutige Infrastruktur zunehmend an ihre Grenzen. Enge Platzverhältnisse, Nutzungskonflikte zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern und eine geringe Aufenthaltsqualität bestimmen das Bild. In den kommenden 15 Jahren wird zudem mit einem Passagierwachstum von bis zu 40 Prozent gerechnet. Ohne umfassende Erneuerung könnte der Bahnhof seine Rolle als leistungsfähige und sichere Drehscheibe für Stadt und Region künftig nicht mehr erfüllen.

Ein Generationenprojekt für Stadt und Region
Das Projekt Neuer Bahnhofplatz Olten wird seit 2007 gemeinsam vom Kanton Solothurn, der Stadt Olten und der SBB entwickelt. Geplant ist eine Neugestaltung des Bahnhofplatzes auf zwei Ebenen, der Ausbau der Passagen mit einer neuen Querverbindung sowie eine durchgehende Aufwertung des rechten Aareufers mit vergrösserter Terrasse und neuem Aaresteg. Ergänzt wird das Projekt durch unterirdische Parkierungsanlagen für Auto und Veloverkehr. Der neue Bahnhofplatz bildet dabei das zentrale Element für den späteren Ausbau der Gleis und Publikumsanlagen der SBB.

Mehr Sicherheit und bessere Aufenthaltsqualität
Mit dem neuen Bahnhofplatz soll eine moderne Infrastruktur für alle Verkehrsträger entstehen. Vorgesehen sind klar geführte und sichere Wege für Fussgänger, Velos, Busse und Autos, kurze Umsteigewege sowie grosszügige Veloabstellanlagen und ein Parkhaus. Eine bessere Orientierung im Bahnhofsraum und ein stabiler Betrieb auch bei weiter steigenden Fahrgastzahlen stehen ebenfalls im Fokus. Begrünte Flächen, helle Materialien, ein Wasserspiel sowie eine grössere Aareterrasse mit direkter Verbindung zur Innenstadt sollen die Aufenthaltsqualität deutlich erhöhen.
Breite Mitwirkung mit klaren Rückmeldungen
Dem nun vorliegenden Projekt ging eine öffentliche Mitwirkung vom 18. August bis 16. September 2025 voraus. Diese stiess auf grosses Interesse. Neben einem Informationsanlass im Stadthaus wurden die Planungsunterlagen ausgestellt und durch Modelle sowie Visualisierungen ergänzt. Zusätzlich war eine digitale Beteiligung möglich. Insgesamt beteiligten sich 35 Parteien, Organisationen und Privatpersonen. Sie reichten 195 Anträge und Bemerkungen ein.

Die Auswertung zeigt eine breite Akzeptanz des Projekts. Der Handlungsbedarf für einen neuen Bahnhofplatz wird klar anerkannt und die Weiterentwicklung seit 2019 überwiegend positiv beurteilt. Viele Rückmeldungen betrafen das Gesamtprojekt, etwa Fragen zur Velosicherheit, zu den Kapazitäten des Busverkehrs oder zur ökologischen Ausgestaltung. Diese Aspekte fliessen in die weitere Projektierung und den späteren Betrieb ein. Themen ausserhalb des Projektperimeters werden in separaten Prozessen weiterverfolgt.
Finanzierung und Entscheid an der Urne
Der Bruttokredit von 46,2 Millionen Franken wird im März 2026 dem Gemeindeparlament vorgelegt. Für die Stadt verbleiben voraussichtlich Netto Investitionskosten von 33,2 Millionen Franken, da mit Beiträgen aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes in Höhe von 13 Millionen Franken gerechnet wird. Die übrigen Kosten des Gesamtprojekts tragen der Kanton Solothurn und die SBB. Nach dem Parlamentsentscheid wird die Vorlage dem Stimmvolk vorgelegt. Der Abstimmungstermin ist auf September angesetzt. Bei einer Zustimmung durch Stadt und Kanton könnte das Projekt ab 2027 in die Realisierung gehen.





