Für die Oltner Bevölkerung bietet sich bis am 8. März 2026 eine besondere und seltene Gelegenheit: Im Rahmen der Ausstellung «Du schenkst mir Frieden» kann nicht nur internationale Kunst besichtigt werden, gleichzeitig öffnet sich das ehemalige Kapuzinerkloster zumindest im Erdgeschoss für die Öffentlichkeit. Das seit einiger Zeit leerstehende Gebäude verwandelt sich für ein paar Tage in einen Raum für Kunst.
Die Ausstellung umfasst Werke des nigerianischen Künstlers Tony Nwachukwu sowie von dreissig beteiligten Frauen aus Nigeria. Die insgesamt 75 Bilder sind im Brüderchor hinter dem Hochaltar der Klosterkirche, in Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters im Erdgeschoss sowie auf der Empore der Stadtkirche Olten zu sehen. Damit erhalten Besucherinnen und Besucher auch einen Einblick in Teile des historischen Klostergebäudes, die normalerweise seit dem Auszug der Kosterbrüder verschlossen bleiben.

Planungsarbeiten über zwei Kontinente
Wie Vera Griesser aus Wangen bei Olten während eines Rundgangs erklärt, begannen die Planungen für die Ausstellung bereits im Frühjahr vor einem Jahr. Die Wangerin, beruflich als Regligionslehrerin tätig, engagiert sich ehrenamtlich im Verein «Transatlantic Aid Foundation» und verbindet mit dem Projekt Kunst und soziale Unterstützung.
Die Preise für die Werke sind mehr als moderat und für Kunstinteressierte bietet sich damit die Gelegenheit, aus einem umfangreichen und sehr abwechslungsreichen Fundus von unterschiedlichstem Kunstschaffen ein aus gegenständlichen aber auch abstrakten Werken geignetes Bild zu finden.

Der Bruder des Künstlers, Dr. Ozioma Jude Nwachukwu, der in Thun als Priester tätig ist, brachte die Idee einer Bilderausstellung nach Olten. Der Erlös aus dem Verkauf der Werke fliesst direkt und indirekt in laufende Projekte im Süden Nigerias.
Das Thema der Ausstellung steht zudem im Zusammenhang mit dem Weltgebetstag vom Freitag, 6. März 2026. Die Liturgie für diesen Anlass wurde in diesem Jahr von Frauen aus Nigeria verfasst.
Teile des ehemaligen Kapuzinerklosters zugänglich
Dank des Engagements des Vereins «Freundinnen und Freunde des Kapuzinerklosters Olten» konnte die ursprünglich im Brüderchor hinter dem Hochaltar der Klosterkirche geplante Ausstellung auf zusätzliche Räume im Erdgeschoss des ehemaligen Klosters erweitert werden. Damit wird das Klostergebäude zumindest für einen kurzen Zeitraum für die Oltner Bevölkerung teilweise wieder öffentlich erlebbar.

Gerade dieser Zugang macht die Ausstellung besonders: Neben der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Frieden eröffnet sich für die Bevölkerung eine einmalige Möglichkeit, das historische Gebäude von innen zu sehen und seine besondere Atmosphäre zu erleben.
Ausstellung bis 8. März geöffnet
Nach der Vernissage vom Samstag, 21. Februar um 18 Uhr in der Klosterkirche sind die Werke täglich von 14 bis 17 Uhr zugänglich.

Tony Nwachukwu ist jeweils am Vormittag in der Stadtkirche Olten anwesend, am Nachmittag im Kloster. An der Vernissage wird zudem die Präsidentin des Weltgebetstags Schweiz erwartet.
Die Ausstellung verbindet internationale Kunst, soziales Engagement und einen seltenen Einblick in ein prägendes Gebäude der Stadt. Eine Gelegenheit für einen Besuch im alten Kloster, die sich in dieser Form nicht alle Tage bietet.
Hintergrund zur Ausstellung und den dreissig Künstlerinnen aus Nigeria sind unter https://hixum.ch/ aufgeschaltet.
Ist eine städtische Musikschule im Kloster der Weisheit letzter Schluss?
Die Stadt Olten verfolgt das Ziel, die Räume der städtischen Musikschule aus der Leberngasse in das ehemalige Kapuzinerkloster Olten zu verlegen. Hintergrund ist der akute Platzmangel am heutigen Standort. Im Juni 2026 soll die Oltner Stimmbevölkerung über einen Kredit von 6,8 Millionen Franken entscheiden. Vorgesehen ist, die Klosteranlage im Baurecht für einen symbolischen Franken vom Kanton zu übernehmen und baulich für den musikalischen Schulbetrieb anzupassen.
Das ehemalige Kloster liegt an zentralster Lage, nur rund fünf Fusswegminuten vom Bahnhof Olten entfernt. Täglich steigen dort rund 80 000 Personen ein oder aus. Diese aussergewöhnliche Frequenz und Zentrumsnähe wirft die Frage auf, ob die rein schulische Nutzung einer so markanten, historisch gewachsene Anlage mitten in der Stadt ausschliesslich als Schulstandort für den Musikunterricht der Weisheit letzter Schluss ist, oder könnte die wunderschöne Klosteranlage perspektivisch nicht einer erweiterten öffentlichen Nutzung zugeführt werden?
Die Zwischennutzung durch die Stadttheater Olten AG sowie das Engagement des Vereins Freunde und Freundinnen des Kapuzinerklosters haben in den vergangenen Monaten gezeigt, welches kulturelle Potenzial in der Anlage steckt.





