Bau Olten Südwest

Olten Südwest im Spannungsfeld der Kritik

Blick zählt Olten Südwest zu den unnötigsten Bauprojekten der Schweiz und spricht von einem Schandfleck im Mittelland. Die Wortwahl ist pointiert. Für Olten stellt sich die Frage, wie das Quartier sachlich einzuordnen ist und welche Perspektiven bestehen.

Auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube entstand ab 2009 unter Federführung des Zürcher Bauunternehmers Leopold Bachmann eine Überbauung mit rund 420 Wohnungen. Die damalige Stadtregierung setzte auf rasche Entwicklung und vergleichsweise günstigen Wohnraum. Gebaut wurde dicht und kostenoptimiert. Kritik entzündete sich an der Architektur, an fehlenden Balkonen, an der Materialisierung sowie an der ursprünglich installierten Ölheizung. Zwischenzeitlich standen zahlreiche Wohnungen leer, was das Image zusätzlich belastete.

Spielplatz Olten Südwest
Spielplatz Olten Südwest

Was für Olten Südwest spricht

Mit dem Projekt wurde eine Industriebrache einer Nutzung zugeführt. Es entstand zusätzlicher Wohnraum in einer Phase steigender Nachfrage. Die Mieten lagen im unteren Preissegment, was insbesondere für Haushalte mit begrenztem Budget eine Option darstellte. Das finanzielle Risiko trug primär die private Seite.

Wo die Kritik zurecht ansetzt

Das Erscheinungsbild wirkt wenig differenziert und städtebaulich isoliert. Die soziale Durchmischung blieb hinter Erwartungen zurück. Die Anbindung an die Innenstadt und an den öffentlichen Verkehr wurde lange als ungenügend wahrgenommen und musste im Rahmen einer Volksabstimmung nachjustiert werden. Energetisch entspricht die ursprüngliche Ausstattung nicht mehr heutigen Standards, Anpassungen sind jedoch möglich.

Ob der Begriff Schandfleck angemessen ist, hängt vom Blickwinkel ab und es wird sich zeigen, wie die weiteren Baufelder gestaltet werden, wenn deinst die Stadtseitenverbindung realisiert sein wird. Unbestritten ist, dass hier mehrere hundert Menschen wohnen und ein neues Quartier entstanden ist. Ebenso unbestritten sind planerische und qualitative Defizite in der ersten Bauetappe.

Stadtteilverbindung Bahnhof Olten Hammer als Wendepunkt

Mit der geplanten Stadtteilverbindung Hammer, bestehend aus Unterführung sowie Fussgänger- und Velobrücke, soll Olten Südwest besser mit der Innenstadt verknüpft werden. Kürzere Wege und klarere Verbindungen können Wahrnehmung und Attraktivität deutlich verbessern. Erfahrungsgemäss profitieren Quartiere stark von besserer Erreichbarkeit.

Eine neue Infrastruktur allein wird jedoch keine architektonischen oder sozialen Fragen lösen. Entscheidend ist, ob es gelingt, das Quartier schrittweise weiterzuentwickeln, energetisch zu modernisieren und stärker in das städtische Gefüge einzubetten.

Olten Südwest ist weder reines Erfolgsmodell noch gescheitertes Projekt. Es ist ein Beispiel dafür, wie Stadtentwicklung unter Zeitdruck und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen langfristige Wirkungen entfaltet, positiv wie negativ. Könnte man die Uhr zurückdrehen, würde man sicher anders planen, nur gilt es in diesem Fall, das Quartier nun qualitativ zu entwickeln.

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One Comment

  1. Es ist nicht selten so, dass Pionierquartiere eine gewisse «Reifezeit» benötigen, um ihren eigenen Charakter und Qualitäten zu entwickeln. Olten Südwest hat diese Phase nun hinter sich gelassen und blüht als moderner, urbaner Lebensraum auf.
    Ein Quartier der Kulturen, in einer modernen, weltoffenen und respektvollen Atmosphäre.
    Wohnen, Gewerbe, Kitas, Tagesstätten, Gastronomie, ÖV-Anbindung, Recycling-Sammelstellen sowie Press-Container.
    Die Durchmischung von jungen Familien, Paaren, Singles, Expats und Studierenden sorgen für eine lebendige Energie, die in alteingesessenen Quartieren immer mehr vermisst wird.
    Die Aare und umliegenden Naherholungsflächen sind buchstäblich vor der Haustür. Ideal für Jogging-Runden, gemütliche Spaziergänge auch mit Hund und Ausgangspunkt für Wanderungen.
    Grosszügigen Freiflächen zwischen den Gebäuden laden zum Austausch ein und bieten Raum für Quartierfeste oder spielende Kinder.
    Durch die dichte Bauweise und moderne Wärmeversorgung ist der ökologische Fussabdruck pro Bewohner sehr viel geringer als in Einfamilienhaussiedlungen.
    Durch grosszügige Fensterfronten und die Abstände zwischen den Bauten, geniessen Bewohner viel Tageslicht und beeindruckende Sicht auf die Jurakette.
    Obwohl man stadtnah wohnt, bietet das Quartier doch eine bemerkenswerte Ruhe.
    Die geplante bauliche Anbindung an den Bahnhof Olten Hammer und City sind ein echter Gamechanger. In wenigen Minuten erreicht man zu Fuss oder mit dem Velo, eScooter einen der wichtigsten Bahnknotenpunkte der Schweiz oder die City.
    Das macht das Quartier für Pendler unschlagbar attraktiv. Die neue Verbindung lässt die gefühlte Distanz zur Oltner Innenstadt nochmal schrumpfen.
    Olten Südwest hat sich vom einstigen Sorgenkind zum Vorzeigequartier für modernes Zusammenleben gewandelt. Die Anbindung an Olten Hammer wird den letzten Schliff geben und den Stadtteil endgültig in das Herz der Stadt Olten rücken.

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