Neuer Bahnhofplatz Olten verzögert sich deutlich
Der Zeitplan für den Neuen Bahnhofplatz Olten gerät deutlich in Verzug. Zusätzliche Abklärungen zur Finanzierung verzögern die politischen Entscheide, die ursprünglich für 2026 vorgesehen waren. Eine Abstimmung ist frühestens 2027 realistisch.
Die Umwelt, Bau und Wirtschaftskommission des Kantonsrates verlangt vertiefte Prüfungen zur Finanzierung des Projekts Neuer Bahnhofplatz Olten. Obwohl die strategische Bedeutung des Vorhabens unbestritten ist, führt dieser Schritt dazu, dass der bisherige Zeitplan nicht eingehalten werden kann. Die vorgesehenen Volksabstimmungen auf kantonaler und städtischer Ebene werden verschoben.
Neu ist klar, dass auch die kantonale Abstimmung über den Verpflichtungskredit nicht wie ursprünglich geplant stattfinden wird. Gemäss Mitteilung der Staatskanzlei Solothurn, wie sie auch von Keystone-SDA verbreitet wurde, verlangt die zuständige Kommission zusätzliche Abklärungen, bevor das Geschäft weiter behandelt werden kann.
Der Kanton Solothurn hat angekündigt, die offenen Fragen in den kommenden Wochen zu klären. Dies geschieht in enger Abstimmung mit der Stadt Olten sowie der SBB. Sobald Ergebnisse vorliegen, werden diese der Kommission erneut vorgelegt. Erst danach kann ein neuer Zeitplan definiert werden.
Abstimmung wohl erst 2027
Eine Volksabstimmung auf Stufe Stadt und Kanton wird nach aktuellem Stand frühestens im Jahr 2027 möglich sein. Um den politischen Handlungsspielraum zu wahren, zieht der Stadtrat Olten das für die Parlamentssitzung vom 25. März 2026 vorgesehene Geschäft vorerst zurück.
Der Regierungsrat hatte den Verpflichtungskredit für den Kantonsanteil in Höhe von CHF 32 Mio. Anfang Jahr beschlossen und an den Kantonsrat überwiesen. Die nun geforderten Zusatzabklärungen betreffen insbesondere Fragen zur Finanzierung und zur Ausgestaltung des Kostenteilers.
Zentrale Bedeutung für Kanton und Region
Der Bahnhof Olten ist mit täglich über 80’000 Reisenden einer der wichtigsten Bahnknoten der Schweiz und die bedeutendste Mobilitätsdrehscheibe im Kanton Solothurn. Das Projekt Neuer Bahnhofplatz Olten soll diese Funktion langfristig sichern und weiterentwickeln.
Die geplanten Investitionen belaufen sich auf rund CHF 157 Mio. Davon trägt die SBB CHF 67 Mio., während Kanton und Stadt Olten je CHF 32 Mio. beitragen. Weitere CHF 26 Mio. sind vom Bund vorgesehen.
Nutzen bleibt unbestritten
Trotz der Verzögerung halten Stadt und Kanton am Projekt fest. Sie betonen den hohen Gesamtnutzen für Bevölkerung und Wirtschaft. Gemäss Staatskanzlei wurde das Projekt über mehrere Jahre sorgfältig erarbeitet und unter Einbezug der Öffentlichkeit laufend optimiert. Die Kosten und deren Aufteilung seien zwischen den vier Projektpartnern abgestimmt.
Verbesserte Verkehrsabläufe, eine Aufwertung des öffentlichen Raums sowie die Stärkung des Standorts Olten stehen weiterhin im Zentrum der Planung. Ziel bleibt eine breit akzeptierte und möglichst rasche Umsetzung des Projekts. Der SVP-Bundesrat Albert Rösti, Vorsteher des Verkehrsdepartments UVEK, hatte anlässlich einer Pressekonferenz das Projekt Neuer Bahnhofplatz Olten auch auf Bundesebene zur Umsetzung empfohlen.