Fusion sbo und StWZ: Detailkonzept liegt vor – Volksabstimmung in Olten geplant
Die Städtischen Betriebe Olten und die StWZ Energie AG aus Zofingen haben die Detailkonzeptphase ihres gemeinsamen Projekts «Frohburg» abgeschlossen. Die Ergebnisse sprechen für einen vollständigen Zusammenschluss. Nun beginnt der politische Prozess – und in Olten wird das letzte Wort die Bevölkerung haben.
Die beiden Energie- und Wasserversorger wollen sich zusammenschliessen, um Synergieeffekte zu nutzen, Kosten zu senken und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Externe Spezialisten haben die Unternehmen bewertet, einen Businessplan für fünf Jahre erarbeitet und mögliche Risiken geprüft. Das Fazit laut Daniel Probst, Verwaltungsratspräsident der sbo: Bei keinem der beiden Unternehmen liege ein Hund begraben. Ein Zusammenschluss bringe gegenüber dem Alleingang klare Vorteile.
Was das neue Unternehmen bringen soll
Der Zusammenschluss soll die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit steigern, die Kostenstruktur verbessern und die regionale Wertschöpfung sichern. Konkret rechnet Probst mit Einsparungen von rund CHF 5,5 Millionen pro Jahr, ein Grossteil davon durch Synergieeffekte beim Personal.

Der Hauptsitz des neuen Unternehmens wird in Olten liegen, an der Werkthofstrasse, wo die sbo 2022 einen Neubau bezogen hat. Im dritten Stockwerk steht noch viel Platz frei, der für Mitarbeitende aus Zofingen genutzt werden kann. In Zofingen ist ein Einsatzstandort vorgesehen. Die steuerliche Ausscheidung erfolgt damit in Olten, beziehungsweise im Kanton Solothurn.
Was die Fusion für die Mitarbeitenden bedeutet
Alle Mitarbeitenden sollen durch das neue Unternehmen übernommen werden. Allerdings werde es im Rahmen des Businessplans zu personellen Anpassungen kommen: Stellen im Verwaltungsrat und im oberen Kader würden nicht doppelt besetzt. Probst zeigt sich zuversichtlich, dass dank Pensionierungen und natürlicher Fluktuation keine Kündigungen nötig sein werden. Langfristig plant das neue Unternehmen sogar einen Personalausbau, etwa um für andere Gemeinden Dienstleistungen wie das Management lokaler Energieversorgungsgemeinschaften zu erbringen.
Wie Olten und Zofingen beteiligt sind
Die beiden Städte einigten sich auf ein Mitbestimmungsverhältnis von je 50 Prozent, abgesichert durch Stimmrechtsaktien. Die Stadt Zofingen erwirbt Aktien im Wert von CHF 15 Millionen, zahlt dafür aber nur CHF 10 Millionen. Dieser Preisvorteil von CHF 5 Millionen sowie das paritätische Mitbestimmungsrecht sollen die steuerlichen Nachteile für Zofingen ausgleichen, die sich aus dem Hauptsitz in Olten ergeben. Das Beteiligungsverhältnis liegt bei rund 60 Prozent für Olten und rund 40 Prozent für Zofingen.

Parlamente und Bevölkerung entscheiden
In den kommenden Wochen erarbeiten die Verwaltungsräte von sbo und StWZ sowie die Stadträte von Olten und Zofingen die politischen Botschaften mit allen nötigen Unterlagen. Diese gehen anschliessend an das Oltner Gemeindeparlament und den Zofinger Einwohnerrat. Die definitive Entscheidung soll bis Ende 2026 fallen.
In Olten ist zusätzlich zur Zustimmung des Gemeindeparlaments auch ein Ja der Stimmbevölkerung erforderlich. Der Grund: Die sbo ist heute ein öffentlich-rechtliches Unternehmen und würde mit der Fusion zu einer Aktiengesellschaft. In Zofingen untersteht der Entscheid des Einwohnerrats dem fakultativen Referendum.
Einen offiziellen Namen hat das fusionierte Unternehmen noch nicht. In internen Dokumenten wird es «Frohburg AG» genannt – weil beide Städte einst von den Grafen von Frohburg gegründet wurden.