Parkuhr mit Münzeinfwurf, Twint und Parkingpay in Olten

Jahresrechnung 2025: Olten erzielt Rekordüberschuss von 32 Millionen Franken

Die Stadt Olten schliesst das Jahr 2025 mit einem Ertragsüberschuss von 32,4 Millionen Franken ab. Damit übertrifft sie das budgetierte Minus von 1,7 Millionen Franken bei weitem. Ausgelöst hat das Rekordergebnis eine ausserordentlich hohe Steuernachzahlung eines einzelnen Unternehmens. Das Geld soll vor allem für die Pensionskasse eingesetzt werden.

Budgetiert war ein Verlust, herausgekommen ist das zweitbeste Ergebnis der Stadt Olten in den letzten 20 Jahren. Nur 2007 fiel der Überschuss mit 39 Millionen Franken noch höher aus. Massgebend für den Sprung sind die Steuereinnahmen juristischer Personen: Statt der erwarteten 22,9 Millionen Franken flossen knapp 75 Millionen in die Stadtkasse. Der Grund ist eine einmalige hohe Nachzahlung für das Steuerjahr 2024. Welches Unternehmen dahintersteckt, teilt die Stadtverwaltung nicht mit. Sie beruft sich auf das Steuergeheimnis.

Olten zahlt in den kantonalen Finanzausgleich ein

Der ausserordentliche Steuerertrag hat einen Preis. Weil Olten dank seiner finanzstarken Unternehmen deutlich mehr einnimmt als andere Gemeinden, muss die Stadt künftig mehr in den kantonalen Finanzausgleich einzahlen. Für diese Verpflichtung wurden bereits Rückstellungen von 19,3 Millionen Franken verbucht. Ohne diesen Abzug hätte der Überschuss rund 54 Millionen Franken betragen.

Ebenfalls zum guten Ergebnis beigetragen hat der Umstand, dass nicht alle geplanten Investitionen umgesetzt wurden. Die budgetierten 21,3 Millionen Franken wurden mit Nettokosten von 15,3 Millionen Franken deutlich unterschritten. Hintergrund sind Projektstopps, die Neuausrichtung der Schulraumplanung sowie Verzögerungen bei laufenden Projekten wie der Badi und dem Krematorium. Ein Teil der verschobenen Ausgaben wird 2026 anfallen.

Erstmals seit 2012 kein Pro-Kopf-Defizit mehr

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Verschuldung. Die Pro-Kopf-Verschuldung von bisher 1352 Franken hat sich dank des Überschusses erstmals seit 2012 in ein Pro-Kopf-Vermögen von 128 Franken verwandelt. Olten steht damit finanziell deutlich besser da als noch im Vorjahr.

Pensionskasse soll vorzeitig ausfinanziert werden

Den Grossteil des Überschusses will der Stadtrat gezielt einsetzen. Er beantragt dem Gemeindeparlament an der Juni-Sitzung, 15,9 Millionen Franken für die vorzeitige Ausfinanzierung der städtischen Pensionskasse zu verwenden. Per 2014 musste die Pensionskasse ausfinanziert werden, nachdem bestehende Rentenansprüche nur zu etwa 80 Prozent gedeckt waren. Das Parlament entschied damals, die Lücke über 30 Jahre zu schliessen. Die verbleibende Restschuld belastet die Stadtrechnung jährlich mit rund 1,58 Millionen Franken. Mit der Rückzahlung würden diese Zinszahlungen wegfallen. Die Pensionskasse hat dem Vorhaben bereits im März zugestimmt.

Weitere 300’000 Franken sollen in den Naturpark Olten SüdWest fliessen. Das Stiftungskapital des Parks hat sich in den letzten zehn Jahren von rund 422’000 auf 169’000 Franken reduziert. Mit dem Beitrag wäre der Unterhalt laut Medienmitteilung der Stadt für die nächsten 15 Jahre gesichert.

Strukturelles Defizit ab 2028 bleibt ein Thema

Trotz des erfreulichen Ergebnisses bleibt die Finanzlage langfristig herausfordernd. Finanzdirektor Thomas Fürst betont, dass das strukturelle Defizit von rund 10 Millionen Franken ab 2028 weiterhin erwartet wird. Der Stadtrat habe seine Massnahmen, darunter den Sparkurs und die geplante Steuererhöhung, in voller Kenntnis des ausserordentlichen Jahresergebnisses beschlossen. Im Gemeindeparlament dürfte es dennoch schwierig werden, diese Linie zu verteidigen.

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