Rettungsübung Feuerwehr Intervention SBB

In Olten wird für den Ernstfall auf der Schiene geübt

Die SBB Feuerwehr und Intervention rückt schweizweit rund 10’000 Mal pro Jahr aus. Das Übungsareal der Einsatzorganisation liegt im Oltner Industriegebiet. Dort zeigte das Team am Mittwoch vor den Medien, wie ein Einsatz typischerweise abläuft. Am Standort Olten arbeiten 28 Personen.

Aus einem stehenden Zug steigt Rauch auf. Kurz darauf fährt ein roter Kleinbus mit dem Schriftzug Feuerwehr vor, dahinter ein Fahrzeug, das einem Tanklöschfahrzeug gleicht. Nach einer kurzen Besprechung beginnen die Einsatzkräfte mit der Arbeit. Später rollt der Lösch- und Rettungszug an und richtet Wasser auf die verrauchte Komposition. In dessen Tank passen 48’000 Liter.

Was hier geübt wird, gehört für die Fachleute der SBB zum Alltag. Gemäss Meldung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA verzeichnet die Einsatzorganisation rund 10’000 Einsätze pro Jahr. Dazu zählen blockierte Personen- und Güterzüge, Brände in Gleisnähe sowie Tiere oder Personen im Gleisbereich. Ziel ist die Sicherheit der Reisenden und der transportierten Güter.

Schweizweit betreibt die SBB 15 solcher Standorte mit insgesamt 340 Mitarbeitenden. Zur Ausrüstung gehören 15 Lösch- und Rettungszüge, 15 Ersteinsatzfahrzeuge sowie 50 weitere Strassenfahrzeuge.

Fünf Minuten bis zur Abfahrt

Die Alarmierung folgt immer demselben Muster. Eine Meldung über ein Ereignis geht bei der Betriebszentrale ein, diese alarmiert den zuständigen Standort. «Innerhalb von fünf Minuten müssen wir unterwegs sein», sagt Daniel Zimmermann, Flächenleiter Mitte.

In Olten arbeiten 28 Personen, geleitet von Standortleiter Bruno Gugelmann. Die Schichten dauern jeweils 24 Stunden. Entsprechend ist die Kaserne eingerichtet, mit Schlafzimmern, Aufenthaltsräumen und Büros. Die Mitarbeitenden sind in Doppelfunktion tätig. Sie sind Feuerwehrleute und Lokführerinnen oder Lokführer zugleich, denn den Lösch- und Rettungszug fahren sie selbst ans Ereignis.

Ein Einsatzgebiet weit über die Region hinaus

Das Einsatzgebiet des Oltner Stützpunkts reicht deutlich über den Kanton Solothurn hinaus. «Wir gehen bis nach Solothurn, Brugg, Sursee», erklärt Gugelmann. «Wenn aber der Standort Basel einen Einsatz hat, gehen wir auch dort hin.» Entschieden wird das nicht vor Ort, sondern in der Zentrale in Bern, je nachdem, wie sich die Sicherheit für Mensch und Gut am besten gewährleisten lässt.

Das erklärt auch, weshalb Olten für diese Aufgabe geeignet ist. Von hier führen Linien nach Basel, Bern, Zürich, Luzern und Biel. Wer in Olten stationiert ist, erreicht einen grossen Teil des Mittellandes und der Nordwestschweiz vergleichsweise rasch. Zum Einsatzraum gehören auch die Tunnel der Strecke Richtung Langenthal, wo die SBB bei Ereignissen mit den umliegenden Ortsfeuerwehren zusammenarbeitet.

Der Stützpunkt ist seit Jahrzehnten in Olten verankert. 2009 übernahm das damalige Betriebswehrteam einen neuen Lösch- und Rettungszug der Generation 2008 und löste damit das ältere Fahrzeug von 1996 ab. Damals umfasste das Team gemäss der Mitteilung der Stadt Olten 13 Vollzeitstellen. Heute sind es 28 Personen. Der Stützpunkt ist zudem einer von wenigen, die rund um die Uhr und auch am Wochenende besetzt sind.

Ein weiteres Stück Bahnstadt

Für Olten ist die Einsatzorganisation ein Baustein unter mehreren. Im Industriegebiet steht die Betriebszentrale Mitte, von der aus der Bahnverkehr im Mittelland sowie in der Nordwest- und Zentralschweiz gesteuert wird. Im SBB Werk Olten wurde im Februar 2026 eine neue Instandhaltungshalle mit rund 6500 Quadratmetern eröffnet. Dazu kommt das Bildungszentrum, in dem unter anderem Lokführerinnen und Lokführer ausgebildet werden. Und 2027 verlegt die Stiftung SBB Historic ihre Geschäftsstelle nach Olten.

Sichtbar ist von alldem im Alltag wenig. Das Übungsareal liegt abseits der Wohnquartiere, und wenn der Lösch- und Rettungszug ausrückt, geschieht das meist andernorts. Bemerkbar macht sich die Arbeit vor allem dann, wenn sie schnell geht und der Bahnverkehr nach einem Ereignis rasch wieder anläuft.

Jeden Sonntagmorgen die neuen Beiträge von olteneinfach.ch per E-Mail. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Ähnliche Beiträge

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert